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GRIMM & TRIEPEL KAUTABAK – TRADITION SEIT 1849

Grimm & Triepel war einst die größte Kautabakfabrik Deutschlands.

Am 14. Juni 1849 gründete der Kaufmann Theodor Grimm eine Kau-, Rauch-, Schnupftabak und Zigarrenfabrik in Nordhausen am Harz.

Mitte des 19. Jahrhunderts war die Nachfrage nach Kautabak, dessen Tradition bis in die Zeit der englischen Seefahrer zurückreichte, sehr hoch. Es kommt also nicht von ungefähr, dass sich Theodor Grimm bereits nach kurzer Zeit voll und ganz auf die Herstellung von Kautabak, auch Mundtabak oder Priem, wie er damals genannt wurde, spezialisierte.

Die Geschäfte liefen ausgesprochen gut, sodass einige Jahre später – in 1858 – Adolf Triepel als Teilhaber und Mitnamensgeber in den Betrieb des Kautabakherstellers eintrat.

Otto Kruse, Inhaber von Grimm & Triepel

Otto Kruse, Inhaber von Grimm und Triepel

Da die Inhaber Theodor Grimm und Adolf Triepel keine Kinder und demnach auch keine Erben für das florierende Unternehmen hatten, verkauften sie 1881 an den Interessenten Otto Kruse. Unter der Leitung des neuen Inhabers und seiner Söhne Georg und Otto Kruse entwickelte sich das Kautabakgeschäft weiterhin prächtig.

Auch Anfang des 20. Jahrhunderts ließ das Interesse an Kautabak nicht nach. Mittlerweile stiegen neben den Seemännern und Bergarbeitern auch andere Berufsgruppen – insbesondere die, bei denen der Konsum von Zigarren und Zigaretten ebenfalls untersagt war – auf Kautabak um.

Vor dem 2. Weltkrieg beschäftigte Grimm & Triepel Kruse im Stammhaus und zahlreichen Filialen bis zu 1.800 Mitarbeiter und wurde zu Europas größter Kautabakfabrik. In seinen Hochzeiten stellte das Unternehmen jährlich ca. 65 Millionen Packungen bzw. Stücke (Rollen, Hufeisen, Knoten, Stangen, u. ä.) her – für die damalige Zeit ein sehr beachtlicher Wert.

von links: Peter-Otto Kruse, Elisabeth Grönwoldt, Elisabeth Kruse sen., Otto Kruse sen.

Nach Kriegsende wurde die Familie Kruse durch das kommunistische Regime enteignet, musste das Unternehmen in Nordhausen verlassen und zog nach Unterrieden in den Westen Deutschlands. Mit tatkräftiger Unterstützung seiner Tochter Elisabeth Grönwoldt, geb. Kruse und seines Sohnes Peter-Otto Kruse, begann Otto Kruse mit dem Wiederaufbau der Kautabakproduktion.

Doch mit der Einführung der Filter-Zigarette aus den USA in Europa stieg die Attraktivität der Zigarette stetig an. Der Marlboro-Mann, der sich maskulin, individuell und freiheitsliebend präsentierte, sprach dem Seemann letztendlich den Rang in Sachen Tabak ab.

Schon bald war die Nachfrage nach Kautabak so gering, dass sich das Unternehmen Grimm & Triepel Kruse ein zweites Standbein schaffen musste. Dem rückläufigen Kautabakkonsum verschuldet, begannen sie 1961 mit der Produktion von Kunststoff-Flaschen an.

Im Jahr 1982 übernahm Dr. Bernd-Otto Kruse die Geschäftsleitung in der 4. Generation – in Anbetracht des schwindenden Kautabakmarktes keine leichte Aufgabe.

Nach einigen guten Jahren brach der Markt für Kautabake vollkommen ein. Um das weitere Bestehen zu sichern, übernahm Grimm & Triepel zahlreiche Firmen und Produkte wie Fischer & Herwig, Hanewacker, Hansen, Nessinger, Schrimper, Wahrer Jakob. Die größte Kautabakfabrik Europas entwickelte sich nun zur einzigen Kautabakfabrik Deutschlands.

Mit der rechtlichen Ausgliederung der Kunststoff-Flaschenproduktion im Jahr 1989 wurde Dr. Bernd-Otto Kruse alleiniger Inhaber der Grimm & Triepel Kruse Kautabak GmbH.

Die Wiedervereinigung in 1989 gab dem Kautabakmarkt nochmals einen überraschenden Aufschwung und brachte zunächst einen guten Umsatzzuwachs, denn die DDR-Kautabakproduktion in Nordhausen wurde nach Übernahme durch die Firma Reemtsma geschlossen.

Dr. Bernd-Otto Kruse und Heidrun Kruse

In den letzten Jahren ihres Bestehens konnten sich Inhaber Dr. Bernd-Otto Kruse sowie Geschäftsführerin und Ehefrau Heidrun Kruse dank ihrer Stammkunden, ihrer Begeisterung für die Produkte und der hohen Qualität der Produkte weiterhin am Markt behaupten.

Mit wenigen Mitarbeitern produzierte die Grimm & Triepel Kruse Kautabak GmbH, bis zum Verkauf Anfang Dezember 2016, in Witzenhausen. Trotz der kleinen, in Handarbeit hergestellten Mengen war die letzte verbliebene Kautabakfabrik Deutschlands dank ihrer jahrelangen Tradition bis zum Ende eine Bereicherung für den Tabakmarkt in Deutschland.

Seit Dezember 2016 gehört die älteste Kautabak-Marke Deutschlands zu dem Allgäuer Unternehmen G.H. Tabakvertrieb GmbH & Co. KG. Günter Hartmann Tabakvertrieb wird die Produkte nach seinen Möglichkeiten weiterführen, der alteingesessenen Marke aber gleichzeitig neues Leben einhauchen. Die Fabrik in Witzenhausen wird zu einem Kautabakmuseum ausgebaut.